Dienstag 16. Dezember 2008 09:40Alter: 2 yrs

Das "Wunder von Elzach": Agron Dzila ist Internationaler Meister

Der Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft zwischen Amateurboxer Agron Dzila (21/68 Kämpfe) und dem ungarischen Meister Ferenc „The Tank“ Martinek (30/51 Kämpfe) in der ausverkauften Sporthalle Elzach (D) war eine Ringschlacht, die nach drei erbarmunslosen Runden eigentlich zwei Sieger verdient gehabt hätte. Das Kampfgericht sah Dzila mit 2:1 nach Punkten als knappen Sieger.

 

Das "Wunder von Elzach" - was war das für eine Ringschlacht!

Die erste Runde dominierte Ring-Rückkehrer Dzila deutlich, scheint Martinek deutlich im Griff zu haben. Der eisenharte Ungare, der schon Medaillen bei AIBA-Turnieren gewann (Finalist beim 'Golden Belt' in Constanza 2008) und mit Spitzenboxer wie Imre Szellö, Peter Nowotny und Carlos Negron (Profi aus Puerto Rico: 8-0, 6 KO)  im Ring stand, wankt nach einem Volltreffer, doch er fällt nicht, wird von Runde zu Runde stärker. Und bringt Dzila urplötzlich seinerseits an den Rande einer K.o. Niederlage. In Runde 3 prasselt ein heftiger Schlaghagel auf Dzila ein. Dzila praktisch wehrlos an den Seilen – hält dagegen, übersteht die letzte Runde.
 
Dzila nach dem Kampf: „Nachdem ich anderthalb Jahre keine Wettkämpfe bestritten habe, war ich vor dem Kampf ziemlich nervös und verspürte im Kampf noch einen gewissen Ringrost. Ich bin mit dem Kampf nur beschränkt zufrieden, habe zuviele unnötige Schläge eingesteckt.“
 
Und Martinek: „Ich war nach einem Volltreffer in der ersten Runde kurzzeitig angeknockt. In der letzten Runde setzte ich alles auf eine Karte, doch er steckte alles weg. Das ist Boxen. Man muss auch mal einen Schlag abkönnen. Ansonsten ist man falsch im Ring.“
 
Der Bürgermeister der Stadt Elzach, Holger Krezer, gratulierte den tapferen Boxern und überreichte Dzila, der nach 1 Jahr, 6 Monaten und 27 Tagen Ringabwesenheit wieder in die erweiterte europäische Spitze zurückkehrt, unter tosendem Applaus der Zuschauer den Gürtel des Internationalen Deutschen Meisters.

Nach zahlreichen nationalen und internationalen Erfolgen, ist Agron Dzila nun bestens qualifiziert, um in der Karriere einen Schritt weiterzugehen und ins Profilager ("Ein Traum wird wahr!") zu wechseln. In der Schweiz kann man mit Berufsboxen nicht wie in anderen Ländern (z.B. Deutschland, Frankreich oder Italien) Geld verdienen, doch für Dzila, der mitten in den Lehrabschlussprüfungen steckt, stand von Beginn weg sowieso immer der Spass, die Leidenschaft und die Freude am Boxsport im Vordergrund. Das Profidebut wird noch in diesem Monat erfolgen. Der Gegner steht noch nicht fest.